Mit Grönemeyer und Co. — Tausende feiern bei „Kosmos Chemnitz“-Festival

Chemnitz – Herbert Grönemeyer, Tocotronic und Loveparade-Gründer Dr. Motte: Mit Musikstars als Highlights hat Chemnitz eine riesige Party in der Innenstadt gefeiert.

Zehn Monate nach dem Erfolg des Konzerts #wirsindmehr hat die Fortsetzung mit dem Titel „Kosmos Chemnitz — Wir bleiben mehr“ Tausende Besucher angelockt. Bis zum späten Abend waren neben Auftritten von Grönemeyer, Tocotronic, Rapper Alligatoah oder Techno-Veteran Dr. Motte auch Lesungen, Podiumsdiskussionen, Sportevents und Vorführungen an 40 Spielorten geplant.

Mit dem Festival soll erneut ein Zeichen für eine friedliche, weltoffene und tolerante Gesellschaft gesetzt werden. „Ich erwarte, dass sich Chemnitz von seiner besten Seite zeigt. Wir wollen #wirsindmehr fortschreiben. Wir werben für eine offene Gesellschaft“, sagte Sören Uhle, Geschäftsführer der Stadtmarketing-Gesellschaft.

Beim Konzert #wirsindmehr hatten am 3. September 2018 Bands wie die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet oder Kraftklub aus Chemnitz vor 65 000 Menschen gespielt. Das Konzert war eine Reaktion auf rechte Demonstrationen und fremdenfeindliche Übergriffe in der Stadt, nachdem kurz zuvor ein 35-jähriger Deutscher vermutlich von Asylbewerbern erstochen worden war.

MIA MORGAN auf der Bühne am Roten TurmFoto: Pastierovic

Derzeit muss sich einer Tatverdächtigen aus Syrien wegen gemeinschaftlichen Totschlags vor Gericht verantworten. Ein zweiter mutmaßlicher Täter aus dem Irak ist auf der Flucht und wird weltweit gesucht.

Sänger Joris, der bereits im vorigen Jahr bei #wirsindmehr als Besucher dabei, hält es für wichtig, dass sich Künstler aller Couleur für eine weltoffene Gesellschaft engagieren. „Ich glaube, in der heutigen Zeit ist es sehr, sehr wichtig, dass man Haltung zeigt. Und wenn wir das jetzt nicht machen, wo es einfach ist und wir eben auch noch mehr sind, dann wird eben schwierig irgendwann mal“, sagte der 29-Jährige im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Er habe daher nicht gezögert, seine Teilnahme zuzusagen.

Ihn habe im vorigen Jahr schockiert, „dass es wieder möglich ist, in so großen Menschenmengen so verachtend auf die Straße zu gehen, ohne dass man sich fragen muss, mit welchen Leute umgebe ich mich hier gerade“.

Allerdings sieht er dieses Problem nicht auf Chemnitz beschränkt, obwohl von dort die Bilder um die Welt gegangen seien. „Wir haben das Problem in ganz Deutschland, in Europa und auch auf der ganzen Welt, dass eben Rechte und Nationalisten wieder viel, viel lauter werden“, sagte er.

Источник: Bild.de

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